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Emu


Dromaiia novaehollandiae
Familie: Dromaiidae
Ordnung: Casuariiformes - Kasuarvögel
Emu

Allgemeines Heimat und Lebensraum Download Steckbrief Emu - PDF 240 KB
Lebensweise und Nahrung Laufvogel-Merkmale  
Paarung, Brut und Aufzucht Verschiedenes Bildergalerie
Warum können Emus nicht fliegen? Gefährdung, Jagd und Entwicklung Andere Laufvögel

Allgemeines:

Der Emu ist der zweitgrößte Vogel der Welt, er wird 150 - 180 cm hoch und 35 bis 40 kg schwer,
das Weibchen wird schwerer als das Männchen.
Ein Männchen im Königsberger Zoo wurde 32 Jahre alt - ein Rekord
Der Emuschnabel ist breit und relativ weich.
Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden.
Emus Hermine und Emir
"Hermine" und "Emir", unser Emu-Pärchen
nach einem flotten Run auf der großen Koppel,
bei genügend Platz können sie bis zu 50 km/h schnell sein

Männchen und Weibchen sind äußerlich nur kurz vor der Brutzeit zu unterscheiden
  • Weibchen: Kopf und Hals sind dicht mit schwarzen Federn bedeckt
  • Männchen: Kopf und Hals sind weitgehend nackt
Emufeder
Emufeder
Federkleid dicht, braun, an den Seiten von Kopf und Hals ist eine bläulich gefärbte Hautstelle frei. Nach der Mauser fast schwarz, verbleicht aber schnell, Federbasis weiß.
Feder hat zwei gleiche, miteinander verwachsene Schäfte. Die Federäste liegen so weit auseinander, daß sie keine geschlossene Fahne bilden. Die Federn bilden ein loses, aber sehr dichtes, haarartiges Federkleid

Emufeder
Emufeder
verwachsener Schaft
Emu Emugefieder Emugefieder von der Seite
Emugefieder von vorne Emugefieder von hinten
 
Emubeine Kräftige, ungefiederte Beine mit 3 Zehen, die Unterseite der Zehen ist abgeplattet, so bilden die Zehen eine breite Sohle
Das Flügelskelett ist stark reduzierte, die ca. 20 cm langen Flügel sind im Gefieder nicht zu sehen.
Emufüße
Flügelstummel
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Heimat

Größere Bestände gibt es nur noch in ganz abgelegenen, unwirtlichen Gebieten, v.a. in Nordwestaustralien, Ursprünglich ganz Australien und Tasmanien.
 

Lebensraum

Trockenbusch- und Graslandgebiete, Savannenwälder, Mallee- und Mulga Scubs
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Emu Emir
"Emir" ist etwas kleiner als seine manchmal etwas hektische Frau.

Lebensweise

monogam
anspruchslos, benötigen täglich Wasser und unternehmen deshalb weite Wanderungen
Bilden außerhalb der Brutzeit Trupps und durchwandern als Nomaden Steppen und Savannen.
Zur Brutzeit sondern sich Pärchen ab, bauen versteckte Nester.
Sehr neugierig.
 

Stimme

Unterschiedliche Stimmlaute von Männchen und Weibchen
"e-mu"
Balz: Schnurren und Quieken
Weibchen kann polternd brüllen
 

Nahrung

Insekten, v.a. Heuschrecken und Raupen (v.a. junge Emus)
Früchte, Beeren, Kräuter, Gräser, Blüten, Sämereien
Jungen bei Handaufzucht: viel Eiweiß, Ameisenpuppen, Hackfleisch, Kükenmischfutter, gehackte Eier, kleingeschnittener Salat
Zur Unterstützung ihrer Verdauung fressen Emus auch größere Steine, im Muskelmagen helfen diese bei der Zerkleinerung der Nahrung.
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Emu

Laufvogel-Merkmale

  • Flügelskelett und Flügelmuskulatur vereinfacht
  • Kräftige Füße
  • Beinknochen, außer Oberschenkelknochen, nicht mehr lufthaltig
  • Reduzierte Zehenzahl (Ausnahme: Kiwi)
  • Langer Hals
  • Kleiner Kopf
  • Relativ hohes Körpergewicht
  • Rückbildung der Brustmuskulatur und des Brustbeinkamms
  • Schwung- und Steuerfedern rückgebildet
  • Bürzeldrüse fehlt
  • läuft 50 bis 60 km/h
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Paarung und Brut

Das Männchen baut flache, mit trockenen Pflanzen ausgepolsterte Nester, sie sind am Boden versteckt, wichtig ist aber Rundumsicht.
Vor der Paarung gibt das Weibchen dunkle Trommellaute und Knattern von sich, das Männchen wird aufmerksam, antwortet und geht auf das Weibchen zu. Das Paar steht mit gesenkten Köpfen und gebogenen Hälsen nebeneinander. Köpfe werden seitlich über den Erdboden hin- und herbewegt. Das Weibchen setzt sich, das Männchen setzt sich dahinter, rutscht näher und setzt sich auf das Weibchen. Männchen beißt Weibchen in die Nackenhaut. Schnurren, Quieken des Männchens. Nach der Paarung läuft das Männchen davon, das Weibchen bleibt sitzen.
Paarungszeit: Oktober bis Februar


balzende Hermine
balzende Hermine
 
Emu Hermine ist sehr neugierig Emu Emir ist etwas zurückhaltender
 
Emu-Ei
Emu-Ei
während der Brutzeit nachgedunkelt
Die Schlupfzeit ist von Dezember bis April
Ein Gelege besteht aus 7 - 18 Eier, meist sind es 9. Die eigentliche Brut beginnt erst, wenn alle Eier gelegt sind, das Gelege kann Eier von mehreren Hennen beinhalten.
Die fast 15 cm langen Eier sind 570 - 680 g schwer, im Schnitt 600 g, das entspricht 12 Hühnereiern.
Die glänzende und runzelige Oberfläche der pastell- bis dunkelgrünen Eier wird im Lauf der Brut glatter, fettiger und dunkler, die harte Oberfläche ist nur schwer zu durchschlagen.
Wie beim Strauß brütet das Männchen, der Hahn steht einmal täglich auf, dann legt das Weibchen ein neues Ei.
Während der Brut fressen und trinken die Männchen kaum, deshalb nehmen sie bis zu 15 % ihres Körpergewichtes ab.
Größenvergleich
Kein Emu-Ei,
sondern das Ei eines
ausgestorbenen Madagaskar-Riesenstraußes
liegt hier neben einem Hühnerei
Man kann den Männchen Eier und Junge während der Brut wegnehmen, aber führende Hähne sind agressiv und verteidigen die Jungen gegen Artgenossen und Feinde.
Brutdauer ca. 60 Tage (52 - 60 Tage)
Weibchen verlassen meist das Männchen, legen u.U. ein zweites Gelege mit einem anderen Hahn, bleiben selten in Nestnähe.
Im Frankfurter Zoo bleiben während der Brutzeit die Weibchen bei den Männchen im Gehege und werden nur gelegentlich angefaucht.
 
Emu-Eier im Aufzuchtkasten Da die Brutzeit der Emus in unseren Winter fällt, in Australien ist dann Sommer, brüten wir die gelegten Emueier künstlich in einem Aufzuchtkasten auf. Emu-Ei nach dem Schlupf
 

Geburt und Aufzucht

Emus haben ein Geburtsgewicht von 440 bis 500 g, es sind Nestflüchter die das Nest nach 2 - 3 Tagen verlassen.
Die Küken sind braunweiß längsgestreift mit einer unregelmäßigen Fleckenzeichnung am Kopf.
Meist führt das Männchen die Küken, geleg. auch beide Eltern, die Küken bleiben sehr lange beim Vater, manchmal bis zu 7 Monate.
Feinde der Küken: Dingos, Keilschwanzadler, Mensch
Prägung auf Menschen möglich
Emus sind erst mit 18 Monaten ausgewachsen und mit 2 - 3 Jahren geschlechtsreif.


Klein - Emir
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Verschiedenes

2. Wappentier Australiens
Gute und ausdauernde Schwimmer, überqueren auch größere Gewässer
Brütende Männchen legen bei Gefahr den Hals flach auf den Boden und bleiben auf dem Nest sitzen. Sie fliehen erst wenn sie ernsthaft bedroht sind. Schleichen bei Gefahr oft gebückt davon, Hals wird dabei parallel zum Boden gehalten. Harmlos, können sich aber trotzdem mit den Krallen wehren.
Männliche Emus besitzen im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln einen Penis, im Ruhezustand verborgen, kann auf dem Höhepunkt der Balz durch besondere Muskeln vorgestülpt werden.

Als Anpassung an die ungünstigen Lebensbedingungen können Emus viel Fett speichern, in Mangelzeiten magern sie um über die Hälfte ab.
Emus nehmen sehr gerne Sand- und Staubbäder.
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Warum können Emus nicht fliegen:

Feindarme Umwelt, günstige Ernährungsbedingungen
Deshalb zunehmendes Größenwachstum, Tiere wurden zu schwer zum Fliegen, konnten besser Laufen als Fliegen.
Mit zunehmender Körpergröße und -schwere des Vogels nimmt die Tragfähigkeit des Flügels und die Kraft des Vogels ab. Deshalb können Vögel über 20 kg KGW nur schwer oder nicht fliegen.
(Alle 46 flugunfähigen Vogelarten der Welt sind vom Aussterben bedroht. Grund: Mensch - Zerstörung und Veränderung der Lebensräume, Jagd, Einschleppen von anderen Tierarten).
Besonders viele flugunfähige Vögel gab es in Neuseeland: Grund: wahrscheinlich das Fehlen von Raubfeinden.

Größter Vertreter der Laufvögel war die Moa-Art Dinormis maximus, bis 4,5 m hoch, ausgestorben. Der Kiwi (Apteryx australis) ist das letzte rezente Mitglied der Moa-Familie.
Emu - Strauß - Nandu: unterschiedliche Abstammung, parallele Entwicklung, ähnliches Aussehen - Entwicklung fand in ähnlicher Umwelt statt.
1789 (1 Jahr nach der Erstbesiedlung Australiens): erste Beschreibung der Emus im Reisetagebuch des Gouverneurs Arthur Philipp durch den englischen Arzt John Latham. Bekamen ihren Namen wegen der Lautäußerungen "Uh Uh"
Aboriginies nennen das Emu: Urabuna oder Waramunga.
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Gefährdung

Gilt als Landwirtschaftsschädling, v.a. bei Schafzüchtern
  • Nahrungskonkurrent
  • Wasserkonkurrent
  • Zertrampelt Futter
  • Beschädigt Zäune (überspringt Zäune)
Schwarzer Emu (Dromaius minor): Emuart auf King Island und Kangaroo Island, etwas kleiner als Gew. Emu, 1804 entdeckt, 1824 ausgerottet
 

Nutzung

Emus werden seit etwa 1930 in Gefangenschaft gehalten und gezüchtet. Man verwendet das Fleisch, Eier als Nahrungsmittel und Dekorationsobjekt, Öl in der Medizin und Leder. Genauso wie Straußenfleisch wird auch Emufleisch inzwischen nach Europa importiert.
verzierte Straußeneier
Verzierte Wasserbehälter aus Straußeneiern, G/wi-Buschmänner, Kalahari-Wüste, Botswana (©Corbis)
verzierte Straußeneier
Straußenleder (©Corbis)
 

Jagd durch Aboriginies:

Jagd mit dem Speer oder mit der chemischen Keule: Blätter des Pituri-Strauches (Duboisia hopwoodii) enthalten ein Narkotikum, Getrocknete Blätter werden gekaut, der Brei wird mit Holzasche vermischt und an Wasserlöchern oder mit anderen Ködern ausgelegt - Emus werden leicht sediert und können erschlagen werden.

 

Bestandsentwicklung

Heute auf Tasmanien und in allen besiedelten, küstennahen Festlandsgebieten ausgerottet.
Im besiedelten Ostaustralien verschwanden die Emus schon vor der Jahrhundertwende
  • 30er Jahre: 2,- DM Prämie / Emukopf
  • 1932: Emukrieg bei den Städten Walgoolan und Campion: eine Einheit der Königlich Australischen Armee mit 2 Maschinengewehren und 10 000 Schuß Munition sollte 20 000 Emus töten, die angeblich die Ernte bedrohten. Die Emus sollten von Soldaten und Farmern eingekreist werden und auf 2 Maschinengewehre zugetrieben werden. Es wurden ganze 12 Emus getötet.
  • Regierung zahlte Kopfprämien, Jagd durch Farmer und Berufsjäger.
  • 1937 wurden im Distrikt Northampton 37 000 Emus getötet.
  • 1965 Staat Westaustralien zahlte Kopfgeld für 14 476 getötete Emus.
  • Emus dürfen auch heute noch getötet werden, wenn sie in landwirtschaftliche Gebiete eindringen. Dies soll aber durch große, teilweise über 1000 km lange Zaunanlagen verhindert werden.
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Andere Laufvögel

Blauhalsstrauß
Blauhalsstrauß
Tiergarten Nürnberg
Blauhalsstrauß
Blauhalsstrauß
Henne
Tiergarten Nürnberg
Nandu
Nandu mit Nachwuchs
Münchner Tierpark Hellabrunn
Nandu
Nandu
Zoo Augsburg

Streifenkiwi
Microsoft Encarta 2001

Helmkasuar
Microsoft Encarta 2001

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Zur Bildergalerie der Emus
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Die Bilder des Piture-Strauches stammen von den Seiten "www.shaman-australis.com/Website/Shamanmainpageframeset.htm" und "The University of Sydney News - 30 November 2000"