Schullandheim ZöthenPituri-Strauch |
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Pituri-StrauchDuboisia hopwoodii Familie: Solanaceae - Nachtschattengewächse Unterfamilie: Salpinglossideae Gattung: Duboisia |
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BeschreibungDer Pituri-Strauch Duboisia hopwoodii kommt neben anderen Duboisia-Arten im australischen Busch vor.Der Strauch oder kleine Baum wird ca. 2,5 m (bis 5 m) hoch und besitzt dichtes, hellzitronfarbenes Holz mit starkem Vanilleduft. |
| Stamm | 1 bis 5, max. 12 Meter Zweige gelbbraun bis graubraun, glatt, etwa hin- und hergebogen Rinde grau und rissig Nebensprosse achselständig |
| Blätter | 6 - 12 cm lang und 3 cm breit wechselständig schmalineal, an der Spitze oft zurückgebogen, ganzrandig, kurzgestielt in den kurzen Stiel zusammengezogen kahl, mattgrün, beiderseits hervorragender Mittelnerv |
| Blüten | weiß oder blaßlila, klein, glockenförmig, 1 - 2 cm lang gestielt endständige Rispen, wickelig, bis 15 cm lang und breit Deckblätter oder Einzelblüten sehr klein Nebenblüten entwickeln sich nur selten zur Frucht Kelch klein, ca. 2 mm lang, verwachsen, breit glockig und stumpf fünfzähnig Glockige Kronröhre verwachsenblättrig, unterständig, 5 - 7 mm lang, endet in kürzere, breite, sehr stumpfe Lappen, Schlund fünfzipfelig, etwas ausgebreitet. Lappen ungleich entwickelt, 2 - 1 mm lang Antheren einkammerig. 4 fruchtbare Staubgefäße, 2 längere und 2 kürzere Fruchtknoten oberständig, eiförmig, kahl, zweiblättrig, zweifächerig Griffel 2 - 3 mm lang, fädlich, nach oben verjüngt, mit verbreiterter, undeutlich zweilappiger Narbe |
| Frucht | runde, durch Griffelrest bespitze schwarze Beere bis 6 mm Durchmesser, nicht aufspringend, seitlich mit schwacher Riefe 1 - 2 schwarze, nierenförmige, feingrubige Samen/Beere Fruchtkelch ausgebreitet, nur wenig vergrößert |
VerbreitungAride Gebiete in der Westaustraliens, südliches Nordterritorium und Südaustralien, auch in Queensland und im westlichen Neusüdwales.Verbreitet, aber im Verbreitungsgebiet nur spärlich vorkommend. |
![]() Pituri-Strauch |
NutzungWurde und wird von den Aboriginies als Aufputsch- und Beruhigungsmittel benutzt. Auch ist es ein hochkonzentrierter Nikotinersatz. Die Blätter werden getrocknet, pulverisiert und dann mit Asche von Akazien, Cassia und Eukalyptus-Holz gemischt. Aus der Masse werden ca. 6 cm lange und 1,5 cm dicke Rollen geformt, die dann gekaut werden. Die Mischung mit anderen Pflanzen bewirkt einen Aufschluß der Inhaltsstoffe des Pituri-Strauches.Wenn die Rollen gerade nicht gekaut werden, werden sie wie Zigaretten hinter die Ohren geklemmt. Treffen sich befreundete Aboriginies, so bieten sie sich die Pituri-Rollen als Freundschaftsgeschenk gegenseitig an. Angeblich wurden die Blätter auch als Währung benutzt. Die Wirkung ist erst aufputschend, dann auch beruhigend. Vor allem auf langen Wanderungen benutzen es die Aboriginies, da es den Durst und Hunger betäubt und zusätzliche Leistungsreserven mobilisiert. Ursprünglich kauten vor allem ältere Aboriginies die Pituri-Rollen, vor allem sogenannte "weise Männer". Die Kunst des Trocknens und Mischens wurde geheim gehalten, genauso wie die Standorte der Pflanzen. Erst nach dem verstärkten Kontakt mit den weißen Einwanderern verbreitete sich der Pituri-Konsum auch unter jungen Männern und Frauen. Während Ureinwohner anderer Kontinente Pflanzen meist nur durch natürliche Hitze, also die Sonne, trocknen, nutzten die Aboriginies zum Trocknen der Pituri-Blätter auch das Feuer. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, da es zum einen sehr selten vorkam, zum anderen sehr schwierig war, zuviel Hitze zerstört die Inhaltsstoffe. Die Aboriginies nutzen es außerdem zur Jagd. Die Kugeln werden an Wasserlöchern ausgelegt, Tiere die sie fressen werden rasch müde und können leicht erlegt werden. Schon früh gab es Handel mit getrockneten Pituri-Blättern unter benachbarten Stämmen. Medizinische Nutzung der verwandten Art Duboisia myoporoides als Mydriatikum - er erweitert die Pupillen stark und kann als Ersatz für Atropin-Augentropfen verwendet werden. Außerdem dient es als Gegenmittel bei einigen Pilzvergiftungen. |
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InhaltsstoffeIn den Blättern des Strauches kommen über 2 % Alkaloide vor. Der Nikotingehalt ist 4 mal höher als in der Tabakpflanze. Die Zusammensetzung variiert je nach Standort.Das Hauptalkaloid Piturin ist ein Gemisch aus Scopolamin und Hyoscyamin. Nebenalkaloide sind
Die Blätter riechen frisch nach Nicotin, getrocknet nach Pyridin. |
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| Piturin ist ein farbloses, bei Zimmertemperatur flüchtiges Alkaloid. Es ist löslich in Wasser, Alkohol und Äther und etwas schwerer als Wasser. Mit Säuren bildet es Salze, teilweise kristallisiert es auch aus (mit Oxalsäure). Bei Kontakt mit Sauerstoff und Licht wechselt seine Farbe von gelb zu braun. Mit Jod ergibt es rote Nadeln, die bei 110° C schmelzen. Sein Geschmack - man sollte es aber nicht probieren - ist sehr bitter. Der Siedepunkt des Piturins liegt bei 244° C. Piturin wurde 1879 von Gerrard entdeckt aber erst von Petit mit Nikotin verwechselt. Zwei Jahre später, 1881, isolierte es Leseridge erneut und charakterisierte es als selbständiges Alkaloid. |
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VergiftungssymptomePiturin kontrahiert, lokal angewandt die Pupillen, daraufhin folgt bald eine starke Erweiterung der Pupillen. Parenteral verabreicht verengt es in kleinen Dosen die Pupillen, große Dosen erweitern die Pupillen stark. Schwindel, Zittern, beschleunigte und flache Atmung, beschleunigter Herzschlag, Speicheln, Sprachstörungen, psychische Erregung, Erbbrechen, Krämpfe folgen daraufhin.Tiere die Blätter fressen haben Koordinationsprobleme und werden rasch müde. Sie schlafen mit stark erweiterten Pupillen ein. Es folgen Atemlähmung und der Tod des Tieres. Der Geruch der Pflanze greift die Schleimhäute an und verursacht starke Kopfschmerzen. |
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TherapieErste Hilfe: Medizinische Kohle, Erbrechen auslösen, NatriumsulfatKlinik: Magenspülung, Physostigmin (Anticholium), evtl. wiederholt, Plasmaexpander, ggf. Intubation, Sauerstoff |
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Handel:Samen kosten im Handel etwa 4 Austrl. Dollar. |
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Verwandte Arten:
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Quellen und Bilder: |
| Roth - Daunderer - Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte; 4. Aufl. Landsberg/Lech; 1994 |
| http://users.lycaeum.org/~mulga/duboisia.htm/hopwood |
| http://ibiblio.org/herbmed/eclectic/kings | http://www.anu.edu.au/Forestry/wood/nwfp/pituri/pituri.html |
| Pituri, An Australian Aboriginal drug - Pamela Watson, pharmacist/anthropologist, Toowong, Queensland |
| http://www.shaman-australis.com/Website/Shamanmainpageframeset.htm |
| The University of Sydney News - 30 November 2000 |
| G. Pabst (Hg.): Köhlers Medizinal-Pflanzen Atlas; Gera; 1887; Reprint 1997 |
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